Kategorie-Archiv: SAMSTAG

Blinder Idealismus und/oder Wachsamkeit in der heutigen Welt

Sylvie Pouilloux

Wenn tödliche Attentate im Herzen der Städte stattfinden, begegnen wir plötzlich der Evidenz des Todestriebes und sind bestürzt von diesen Attentaten, als entdeckten wir die Gewalt wieder. Doch hat Freud den Todestrieb schon in „Das Unbehagen in der Kultur“ erwähnt. Melanie Klein wiederum meint, dass der Hass stets der Liebe vorangeht. Und Jacques Lacan betont unaufhörlich, dass die Gewalt in jeder Beziehung zum großen und kleinen Anderen das Primäre sei.

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„Alles Gut!“

Nazir Hamad

Die Anfragen von und für Jugendliche in der Vorpubertät und in der Pubertät in unseren analytischen Praxen, wandeln sich ständig und überraschen uns immer wieder. Die Überraschung ergibt sich vorwiegend aus dem wachsenden Kontrast zwischen der Art und Weise, wie sich die Eltern die Zukunft ihrer Kinder vorstellen und dem sorglosen in den Tag hinein leben der Kinder. «Keine Sorge , alles gut ! »hören wir oft als Antwort auf unsere Fragen oder die Besorgnisse der Eltern. «Keine Sorge» ist das Leitmotiv, das die Haltung der Kinder heutzutage am besten beschreibt.

Das Kind und der Andere

Annemarie Hamad

Mit dem Geburtsschrei gibt das menschliche Wesen seine Ankunft in der Welt des Anderen kund. Die Antwort auf diesen Schrei verwandelt diesen in einen Appel und bildet somit die Grundlage der Einschreibung des sich suchenden Subjekts in der Sprache, die es vorerst aus dem Diskurs des Anderen (verkörpert durch die Mutter, die Eltern) übernimmt.
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Der Einbruch des Anderen: Trauer und Verdrängung in der psychoanalytischen Theorie

Wilhelm Brüggen

Der Beitrag sucht den Begriff der Trauerarbeit und die Theorie des Verdrängungsprozesses bei Freud in seiner Radikalität zu erfassen und gegenüber neueren Konzepten zu rehabilitieren. Unter psychoanalytischen Gesichtspunkten ist die Trauer eine zentrale Form, den Einbruch des Anderen, Trennung und Verlust zu erleben und psychisch zu verarbeiten. Freud hebt hervor, dass Trauer nur gelingen kann, wenn jene Differenz – bis hin zur Erfahrung eines unwiederbringlichen Verlustes – nicht verdrängt wird. Weiterlesen

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Angesichts des Anderen: Gewalt, Trauer und Schutz

Inga Schaub

Mit dem Denken von Emmanuel Levinas beschäftigten sich so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Judith Butler und Johannes Paul II. Eine der Denkfiguren, die die heutige „third wave of Levinas scholarship“ (Peter Atterton und Matthew Calarco, 2010) fasziniert, ist die des Antlitz’, in dem uns der Andere in seiner Unendlichkeit begegnen kann. Der Vortrag will den gewaltvollen, trauernden und schützenden Impulsen nachgehen, die in dieser Begegnung entstehen, und diese in den Texten Levinas’ und seiner Rezipient_innen nachverfolgen.

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Gewalt: Recht, Politik und Klinik

André Michels

Am Thema der Gewalt überschneiden und entzweien sich Recht und Politik. Sie streiten wie um ein gemeinsames Erbe, das jedoch erst von einem Standpunkt ausserhalb ihrer Geltungsbereiche aus gedacht werden kann. Kann dieser von der Psychoanalyse eingenommen werden?

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