Das Kind und der Andere

Annemarie Hamad

Mit dem Geburtsschrei gibt das menschliche Wesen seine Ankunft in der Welt des Anderen kund. Die Antwort auf diesen Schrei verwandelt diesen in einen Appel und bildet somit die Grundlage der Einschreibung des sich suchenden Subjekts in der Sprache, die es vorerst aus dem Diskurs des Anderen (verkörpert durch die Mutter, die Eltern) übernimmt.
Sehr bald jedoch wird das Kind diesen Diskurs hinterfragen, wenn sein Wissensdurst von den Rätseln des Realen angespornt wird. Diese Fragen betreffen den Mangel im Anderen, die Unzulänglichkeit der Sprache, unüberwindliche Tatsachen, die als solche das Begehren des Subjekts verursachen. In dem Masse wie sich die Erwachsenen selbst dieser Tatsachen bewusst sind, werden sie das Kind auf seinem Weg begleiten können.

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