Der Einbruch des Anderen: Trauer und Verdrängung in der psychoanalytischen Theorie

Wilhelm Brüggen

Der Beitrag sucht den Begriff der Trauerarbeit und die Theorie des Verdrängungsprozesses bei Freud in seiner Radikalität zu erfassen und gegenüber neueren Konzepten zu rehabilitieren. Unter psychoanalytischen Gesichtspunkten ist die Trauer eine zentrale Form, den Einbruch des Anderen, Trennung und Verlust zu erleben und psychisch zu verarbeiten. Freud hebt hervor, dass Trauer nur gelingen kann, wenn jene Differenz – bis hin zur Erfahrung eines unwiederbringlichen Verlustes – nicht verdrängt wird.Deshalb sei es wichtig, sich vom Verlorenen loszusagen um sich Neuem zuwenden zu können. Andernfalls schlage Trauer in Melancholie um. Zeitgenössische Trauerkonzepte tendieren in die gegenteilige Richtung. Sie heben insbesondere die Notwendigkeit hervor, das verlorene Objekt weiterhin präsent zu halten – zumindest ideell. Dabei besteht die Gefahr, einer Verdrängung des Verlustes doch wieder das Wort zu reden.

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