„First Contact“: Angst und Gewalt in kolonialen Begegnungen in Papua Neuguinea

Robin Cackett

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Einbruch von Europäern in andere Welten. Anhand von schriftlichen, mündlichen und Bildquellen über Begegnungen zwischen deutschen und australischen Kolonisatoren auf der einen und verschiedenen einheimischen, Gruppen in Papua Neuguinea auf der anderen Seite werden die diskursiven und affektiven Mechanismen und Strategien diskutiert, die zur Bewältigung der Erfahrung des, mit den Worten eines Protagonisten, „absolut anderen“ aufgeboten werden.


Der Beitrag stützt sich unter anderem auf den von den australischen Dokumentaristen Connolly/Anderson produzierten Film „First Contact“ (1983). Es geht mir darum, unterschiedliche Lesarten solcher Begegnungen zu entwickeln, die sich (häufig) in wechselseitig nicht intelligiblen Sprachen, das heißt wesentlich in einem von den jeweiligen kulturellen Vorannahmen über den anderen gespeisten Imaginären abspielten, und aufzuzeigen, inwiefern Wahrnehmung und Verhalten der Protagonisten dabei inkompatiblen Logiken folgten und von einer radikalen Verkennung des je anderen zeugen. Welche kulturellen Selbstrepräsentationen wurden bei diesen Zusammentreffen unbewusst inszeniert? Was hat diese sich gerade erst herstellenden Beziehungen strukturiert und wie haben sie sich entwickelt? Mit welchen diskursiven Figuren wurden die verschiedenen Formen der Bereicherung (Landnahme, Versklavung, Vergewaltigung, Tötung, Enteignung, Übervorteilung) gerechtfertigt? An welchen Punkten war ein symbolischer Austausch möglich, wo schlug die Begegnung um in Gewalt?

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